Bandscheibenvorfall Prolaps, Lendenwirbelsäule LWS, Halswirbelsäule HWS, Brustwirbelsäule BWS


Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Bei einem Bandscheibenvorfall (Prolaps) reißt der äußere Ring der Bandscheibe ein und der gallertartige Kern wird dabei herausgedrückt. Damit kann dieser auf die in der Nähe liegende Nervenwurzel drücken und entsprechende Symptome auslösen.

Der Prolaps kann in allen drei Abschnitten der Wirbelsäule auftreten:

Lendenwirbelsäule (LWS)
Am häufigsten ist die Lendenwirbelsäule (LWS) betroffen. Dieses steht im Zusammenhang mit der Ausrichtung der Lendenwirbel. Vor allem betroffen ist die Bandscheibe zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel sowie zwischen dem 5. Lendenwirbel und dem 1. Sacralwirbel.

Halswirbelsäule (HWS)
Der Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule (HWS) rangiert an zweiter Stelle. Häufig ist hierbei die Bandscheibe zwischen dem 5. und 6. Halswirbel sowie zwischen dem 6. und 7. Halswirbel befallen.

Brustwirbelsäule (BWS)
Viel seltener ist die Brustwirbelsäule (BWS) von einem Bandscheibenvorfall in Mitleidenschaft gezogen. Dieses hängt im Wesentlichen damit zusammen, als dass die Brustwirbel weniger beweglich sind und damit weniger stark verschleißen. Die Bandscheibe des 12. Brustwirbel, am Übergang zur Lendenwirbelsäule, ist wiederum häufiger von einem Bandscheibenvorfall befallen.

Ist die Bandscheibe zerrissen, stellt dieses ein unumkehrbaren Zustand dar.

Bandscheibenvorfall: Ursache?

Die Ursachen können vielschichtig sein. Wesentlich ist aber, dass dem Ganzen ein Verschleissprozeß der Bandscheibe zugrunde liegt. Dieser kann begünstig und unterhalten werden z.B. durch:

  • Beinlängendifferenzen
  • Haltungsfehler
  • Überbelastung
  • Einseitige Bewegungsabläufe
  • traumatische Ursachen

Bandscheibenvorfall: Typen

Der Bandscheibenvorfall kann an unterschiedlichen Stellen hervortreten und damit auch unterschiedliche Symptome auslösen. Die meisten Bandscheibenvorfälle erzeugen ein einseitiges Beschwerdebild.

Es werden 3 folgende Typen unterschieden:

A. Medio-lateraler Bandscheibenvorfall
Dieser Prolaps liegt seitlich und drückt häufig in das Zwischenwirbelloch hinein und führt dort meist zu einer einseitigen Nervenreizung und Muskelschmerzen.

B. Medialer Bandscheibenvorfall
Dieser Prolaps sitzt eher zur Mitte hin und kann damit zusätzlich eine Kompression auf die im Rückenmarkskanal verlaufenden Nervenfasern auslösen. Meist ist die Symptomatik einseitig, kann aber auch die Gegenseite mit einbeziehen.

C. Medianer Bandscheibenvorfall
Dieser Prolaps sitzt genau in der Mitte und kann damit eine Kompression auf die im Rückenmarkskanal verlaufenden Nervenfasern auslösen.

Meist sind die Symptome nicht einseitig, sondern können eine Ausstrahlung in beide Extremitäten begründen. Viele Patienten berichten auch von in der Lendenwirbelsäule oder Halswirbelsäule mittig gelegenen Schmerzen.

Dieser Prolaps birgt besondere Gefahren. So kann die Kompression der Nervenfasern im Bereich der Lendenwirbel zu Problemen beim Wasserlassen führen oder Lähmungen des Verschlussmuskels des Anus hervorrufen.

Bandscheibenvorfall: Symptome

Die Beschwerden, die ein Bandscheibenvorfall auslöst, hängen davon ab, wo er auftritt, wie groß er ist und ob Nerven beziehungsweise Nervenwurzeln beteiligt sind.

A. Bandscheibenvorfall Symptome Halswirbel
Hier seien nur einige mögliche Symptome genannt, wie:

  • Schulterschmerzen
  • Taubheitgefühle im Arm sowie einzelnen Fingern
  • traumatische Vorschäden
  • stark eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule (HWS)
  • meist starke Muskelschmerzen in der Halswirbelsäule und der Schulter- Nackenregion
  • Schwächegefühl in einzelnen Muskeln als Ausdruck von Muskellähmungen ausstrahlender Schmerz in den Arm bis zu den Fingern ziehend

B. Bandscheibenvorfall Symptome Brustwirbel
Die Symptome, die hierbei auftreten können, sind meistens lokale Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule (BWS).

C. Bandscheibenvorfall Symptome Lendenwirbel
Hier seien nur einige mögliche Symptome genannt, wie:

  • meist starke Muskelschmerzen in der Lendenwirbelsäule (LWS)
  • Schwächegefühl in einzelnen Muskeln als Ausdrucke einer Lähmung
  • ausstrahlender Schmerz in das Gesäß bis in die Zehen ziehend
  • Taubheitsgefühle im Gesäß, Bein sowie einzelnen Zehen
  • stark eingeschränkte Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule (LWS) oder sogar der gesamten Wirbelsäule

Bandscheibenvorfall: Diagnose

Bei Verdacht auf Vorliegen eines Prolaps müssen vom Arzt folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  • Erhebung der aktuellen Krankenvorgeschichte
  • körperliche Untersuchung mit Erhebung eines neurologischen Status
  • Anfertigung eines MRT der betroffenen Region
  • je nach Befund Hinzuziehung eines Neurologen

Bandscheibenvorfall: Behandlung allgemein

Die Therapie eines Prolaps gehört in die Händen eines Arztes, der sich damit auskennt. Nur der Arzt kann entscheiden, welche notwendigen diagnostischen und therapeutischen Schritte zu veranlassen sind. Ein Prolaps ist kein Krankheitsbild, dass der Patient, ähnlich wie bei einer Erkältung, "abwettern" und sich selbst überlassen sollte.

Mögliche Behandlungen könnten umfassen:

  • Schmerzmedikation
  • Medikamente zur Muskelentspannung
  • Injektionsbehandlungen mit Kortison
  • Physiotherapie
  • Operation

Bandscheibenvorfall: Meine Behandlung

Die hier vorgenommenen Beschreibungen sind nur orientierender Natur, da die Therapie immer individuell auf den Patienten ausgerichtet erfolgt. In Einzelfällen behandle ich in der Akutphase täglich. Meist reichen aber zwei Behandlungen pro Woche aus.

  • Konsequente Schmerztherapie mit entsprechenden schulmedizinischen Medikamenten. Pflanzlich oder homöopathisch ausgerichtete Medikamente alleine reichen in der Akutphase dafür nicht aus.
  • Mobilisation der Wirbelsäule auf der Cox-Mobilisationsliege
  • Osteopathische Behandlung unter Einsatz verschiedener Techniken
  • Akupunktur zur begleitenden Schmerztherapie
  • Neuraltherapie unter Verwendung des Medikaments Procain. Hierbei erfolgt die Verabreichung meist an die betroffene Nervenwurzel.
  • Schöpfkopfbehandlung
  • Wärmebehandlung
  • Physiotherapie
  • Sehr selten muss ich die Empfehlung für eine Cortisontherapie aussprechen.

Ich behandle seit 20 Jahren Bandscheibenvorfälle. Wie schnell eine frühzeitig eingeleitete Therapie zum Erfolg führt, lässt sich niemals im Vorfeld einschätzen.

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